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BFSG seit 28.06.2025 in Kraft · erste Abmahnungen rollen an der Fuchs prüft kostenlos

Barrierefreiheit · Testen · WCAG 2.1 AA

Website auf Barrierefreiheit testen: kostenlose Wege im Überblick

Sie müssen kein Accessibility-Experte sein, um die größten Barrieren Ihrer Website zu finden. Dieser Artikel zeigt fünf Selbsttests, die jeder in 15 Minuten durchführen kann, vergleicht die wichtigsten Gratis-Tools — und erklärt ehrlich, wo automatisierte Tests an ihre Grenzen stoßen.

Stand: Juli 2026 · Automatisierte technische Analyse, keine Rechtsberatung

Warum überhaupt testen?

Seit dem 28.06.2025 gilt das Barrierefreiheitsstärkungsgesetz (BFSG). Websites und Shops im elektronischen Geschäftsverkehr müssen die Anforderungen der EN 301 549 erfüllen — im Kern WCAG 2.1 Stufe AA. Private Abmahnwellen laufen seit Herbst 2025, die Marktüberwachungsstelle der Länder (MLBF) ist aktiv. Unabhängig vom rechtlichen Druck gilt: Jede Barriere kostet Kunden — Menschen mit Sehbeeinträchtigung, motorischen Einschränkungen oder schlicht Nutzer mit kaputter Maus und grellem Sonnenlicht auf dem Display.

Fünf Selbsttests ohne Spezial-Tools

Diese Prüfungen brauchen nur einen Browser. Sie ersetzen keinen vollständigen Test, decken aber die häufigsten und schwerwiegendsten Mängel-Kategorien ab.

#TestWCAGSo geht's
1Tastatur-Test2.1.1 / 2.4.7Maus weglegen und die Seite nur mit Tab, Shift+Tab und Enter bedienen. Jedes interaktive Element muss erreichbar sein, der Fokus muss sichtbar bleiben und nirgends „hängen“ (Tastatur-Trap in Modals ist ein Klassiker).
2Kontrast-Stichprobe1.4.3 / 1.4.11Normaler Text braucht ein Kontrastverhältnis von mindestens 4,5:1, großer Text und UI-Komponenten mindestens 3:1. Graue Schrift auf Weiß und Preis-Badges sind typische Ausfälle — mit einem Contrast-Checker in Sekunden messbar.
3Zoom auf 400 %1.4.4 / 1.4.10Im Browser auf 400 % zoomen. Inhalte dürfen nicht abgeschnitten werden und kein horizontales Scrollen erzwingen. Sticky Header, die dann den halben Bildschirm belegen, fallen hier sofort auf.
4Alt-Text-Stichprobe1.1.1Rechtsklick auf Produktbilder → untersuchen: Steht im alt-Attribut eine sinnvolle Beschreibung oder nur der Dateiname? Dekorative Bilder brauchen ein leeres alt="" — gar kein Attribut ist ein Fehler.
5Formular-Check1.3.1 / 3.3.2In ein Formularfeld klicken, ohne etwas einzugeben, und absenden. Werden Fehler klar benannt und dem Feld zugeordnet? Hat jedes Feld ein sichtbares Label — oder nur einen Platzhalter, der beim Tippen verschwindet?

Kostenlose Test-Tools im Kurzüberblick

WAVE (Browser-Extension und Online-Checker)

Markiert Fehler visuell direkt auf der geprüften Seite — ideal für Nicht-Techniker, die sehen wollen, wo genau ein Problem sitzt. Gut für Alt-Texte, Kontraste und Struktur-Fehler.

axe DevTools (Browser-Extension)

Der Entwickler-Standard auf Basis der axe-core-Engine. Präzise Befunde mit wenigen False-Positives und konkreten Hinweisen zum betroffenen Code-Element. Erfordert etwas technisches Verständnis beim Auswerten.

Google Lighthouse (in Chrome eingebaut)

Liefert einen Accessibility-Score von 0–100 und ist ohne Installation verfügbar (DevTools → Lighthouse). Der Score ist ein grober Indikator — ein hoher Wert bedeutet nicht, dass die Seite barrierefrei ist, sondern nur, dass die automatisiert prüfbaren Punkte weitgehend bestanden sind.

Welches Tool findet am meisten? Die drei Werkzeuge decken unterschiedliche Mängel-Mengen ab — wir haben sie im Detail verglichen: axe vs. Lighthouse vs. WAVE.

Die ehrliche Grenze: Was kein automatischer Test findet

Automatisierte Tools finden zuverlässig rund 30–50 % der WCAG-Mängel. Was sie nicht bewerten können: Ist der Alt-Text inhaltlich sinnvoll oder nur vorhanden? Ist die Fokus-Reihenfolge logisch? Sind Fehlermeldungen verständlich formuliert? Funktioniert der Checkout mit einem echten Screenreader? Diese Fragen erfordern menschliche Sichtung — bei komplexen Shops ein manuelles Audit mit Screenreader-Tests.

Für die Einordnung der drei Stufen — Gratis-Tool, automatisierter Report mit Sichtung, manuelles Audit — inklusive Marktpreisen lohnt ein Blick auf Was kostet eine BFSG-Prüfung?.

In 60 Sekunden zum ersten Testergebnis

Der kostenlose Sofort-Check von BFSG-Fuchs prüft Ihre Startseite gegen über 80 WCAG-2.1-AA-Regeln — ohne Anmeldung, ohne Installation. Sie sehen sofort, wo die kritischen Punkte liegen, und entscheiden dann, ob ein vollständiger Report sinnvoll ist.

Häufige Fragen zum Barrierefreiheits-Test

Kann ich Barrierefreiheit komplett kostenlos testen?

Einen ersten, ernstzunehmenden Eindruck: ja. Die fünf Selbsttests in diesem Artikel plus ein Gratis-Tool wie WAVE oder Lighthouse decken die offensichtlichsten Mängel ab. Für eine strukturierte BFSG-Dokumentation mit priorisiertem Fix-Plan und Barrierefreiheitserklärung reicht das aber in der Regel nicht — hier beginnt der Bereich bezahlter Reports und manueller Audits.

Wie viele Mängel findet ein automatisierter Test?

Automatisierte Tools wie axe-core oder Lighthouse finden zuverlässig rund 30–50 % der WCAG-Mängel — vor allem Kontraste, fehlende Alt-Texte, Labels und strukturelle Probleme. Semantische Korrektheit, sinnvolle Fokus-Reihenfolgen oder verständliche Fehlermeldungen erfordern menschliche Sichtung.

Welches Gratis-Tool ist das beste für den Einstieg?

Für Nicht-Techniker ist WAVE am zugänglichsten (visuelle Markierungen direkt auf der Seite). Entwickler greifen eher zu axe DevTools (präzise, wenig False-Positives) oder Lighthouse (in Chrome eingebaut). Die Tools finden unterschiedliche Mängel-Mengen — ein Vergleich lohnt sich, siehe unseren Tool-Vergleich.

Muss ich für das BFSG nach WCAG 2.1 oder 2.2 testen?

Das BFSG verweist auf die EN 301 549, die im Kern WCAG 2.1 Stufe AA fordert. WCAG 2.2 ist noch nicht explizit vorgeschrieben, enthält aber sinnvolle Ergänzungen wie Mindestgrößen für Touch-Targets. Ein Test nach WCAG 2.1 AA deckt den Pflicht-Mindeststandard ab.

Was unterscheidet den kostenlosen Sofort-Check von einem bezahlten Report?

Der Gratis-Check prüft die Startseite automatisiert und zeigt kritische Mängel als ersten Überblick. Der Basis-Report (129 €) prüft bis zu 5 Unterseiten, wird vor Auslieferung menschlich gesichtet und enthält einen priorisierten Fix-Plan mit Lösungshinweisen sowie einen Entwurf der Barrierefreiheitserklärung — also das, was für eine dokumentierte BFSG-Bearbeitung gebraucht wird.

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